Japan zum Anziehen: Kimono-Kurse

Kimono haben mich schon sehr lange interessiert, besonders die kunstvollen Stoffe mit ihren Mustern, die je nach Region ganz unterschiedlich ausfallen können. 2015 wollte ich dann auch lernen, wie man ihn anlegt, und so empfahl mir eine Freundin ihre Kimono-Lehrerin in Tokyo.

Der Kimono, das klassische japanische Kleidungsstück, ist zwar fest im japanischen Alltag verankert – junge Frauen entdecken ihn gerade für sich wieder, aber am häufigsten sieht man ihn an älteren Damen, die in den gedeckten Tönen der Seide an schlanke Kraniche erinnern – aber nicht alle können ihn selbst anlegen. Deshalb gibt es Kurse, die lehren, wie frau das macht. Einige Lehrer sprechen gut Englisch und freuen sich sehr, Gästen aus dem Ausland dieses raffinierte Kleidungsstück näherzubringen.

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Seifenblasenhafte Leichtigkeit im Kimono? Das wollen wir doch mal sehen! (c) Seiji / flickr / Verwendung unter Creative Commons-Lizenz CC BY 2.0Creative Commons-Lizenz CC BY 2.0

Ich war ziemlich aufgeregt. Schließlich sieht der Kimono mit seinen Lagen und den vielen Knoten kompliziert aus – und der Kurs sollte ganze drei Stunden dauern!

Shino, meine Kimono-Lehrerin, zeigte uns das Anlegen der häufigsten Variante des Kimono. Dazu gehörten ein Untergewand, der Kimono selbst, der Obi-Gürtel, Polster und mehrere Schnüre, die alles zusammenhalten. Sie erklärte sehr ausführlich, wie die Bestandteile zusammengehören – und wenn man das erst einmal verstanden hat, ist der Rest nur noch Fingerspitzengefühl!

Der Kimono: Ritualisierte Schönheit im Alltag

Darum geht es für mich in der japanischen Kultur: Der Kimono ist ein tragbares Kunstwerk. Ihm eingewebt sind allerlei kulturelle Chiffren. So gilt es als besonders stilvoll, Blütenmuster nur dann zu tragen, wenn die Blüte jahreszeitlich auch tatsächlich kurz bevor steht. Es gibt aber auch Kimonos, auf denen Blüten aller vier Jahreszeiten abgebildet sind – diese kann man dann das ganze Jahr über tragen. Diese Kimono-Etikette ist auch Teil des Kurses.

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Safranfarbener Obi mit Kirschblüten, Kimono mit Herbstlaub und Chrysanthemen © Hannah Eirene Janz / Nihon Monogatari

Aber nicht nur der Kimono als Objekt verkörpert den japanischen Geist – auch die Idee, durch beständiges Üben sein Anlegen zu vervollkommnen, ist eine sehr japanische Haltung. Sie setzt sich fort im ganz besonderen Tragegefühl dieses Kleidungsstücks. Das können Sie dann im Anschluss an den Kurs zum Beispiel bei einer Schale Matcha im Teehaus genießen – zum Beispiel in Kyotos Tee-Stadtteil Uji oder im schönsten Teehaus Tokyos.

Wenn Sie auf Ihrer Japanreise an einem Kimono-Kurs teilnehmen möchten, kontaktieren Sie mich bitte

Header image credit: (c) Hannah Eirene Janz / Nihon Monogatari