When in Kyoto… Teezeremonie und Kormoran-Fischerei

Uji – wer den Namen dieses Städtchens unweit von Kyoto hört, den umgibt augenblicklich der herbe, erfrischende Duft von Matcha. Seit dem 12. Jahrhundert wird der Grüntee hier angebaut. Die Ernte versorgt japanweit zahlreiche Tempel und Teehäuser, und ihre feinste Auslese, der Tenju, gilt als eine der herausragendsten Japans.

Teezeremonie: Vollendeter Tanz aus Stille und Feinheit

In Uji wandern Sie nicht nur durch die Teefelder, sondern wohnen auch der zeremoniellen Zubereitung des Tees bei. Sie sitzen auf Tatami-Reisstrohmatten und schauen den Teemeistern dabei zu, wie diese im minutiösen Ritual das Pulver in einen Tee verwandeln, der Blick und Gaumen belebt. Für einen Ausflug nach Uji empfehle ich Ihnen gerne das passende Teehaus.

Matcha Uji Kyoto
Zum frischen Tee werden japanische Süßigkeiten, die Wagashi, gereicht – immer auf die Jahreszeit abgestimmt. © acworks / Photo-AC

Natürliche Schönheit: Wald, Wasser, Blüten

Uji verzückt über die Jahrhunderte hinweg. Schon 794 zog es die Aristokraten aus der Kaiserstadt Heian-kyo, dem heutigen Kyoto, hierher – darunter auch Prinz Genji, dessen Leben im vielleicht ersten Roman der Weltgeschichte erzählt wurde.

Mimurotoji, gelegen an einem üppig begrünten Hang, gilt nicht umsonst als „Blumentempel“: Seinen Park schmücken im Frühsommer Hortensien, die im Juli vom Rhododendron abgelöst werden.

Rhododendron in Uji am Waldhang, Ajisai
Während es im Sommer in Kyoto stickig wird, verspricht Uji Abkühlung. © acworks / Photo -AC

Kormoranfischerei in Uji: Lebendiges Kulturerbe

Ein ganz besonderes Spektakel bietet Uji des nachts: den Ukai-Fischfang. Die Fischer fahren auf den Stadtfluss hinaus, ihre Bahnen leuchten von Weitem, denn sie tragen Feuerkörbe bei sich. Deren Licht soll Fische anziehen und den Weg leuchten, damit die kleinen Helfer der Fischer ihr Werk erledigen können: Dressierte Kormorane springen in den Fluss, um Fische zu fangen. Die Wasservögel können ihre Beute wegen eines Halsrings nicht verschlucken.

Holzschnitt von Keisai Eisen, „Nächtliches Fischen“ aus der Reihe „Die 69 Stationen der Kisokaido“, etwa 1835.

Das Ritual steht in jahrhundertelanger buddhistischer Tradition: Dem Glauben nach dürfen keine Tiere getötet werden. Da die Beutefische aber durch die Kormorane erlegt wurden, umgehen die Fischer dieses Problem.

Ich reserviere Ihnen gerne eines der Restaurants, das die Fische im Anschluss an den Fang gegrillt serviert. Kontaktieren Sie mich hierzu telefonisch, per Mail oder über das Kontaktformular.

Header image credit: (c) dronepc55 / Photo-AC