When in… Tokyo: Urbane Oase Daikanyama

Jeder kennt die große Kreuzung in Shibuya, die alleine bei einer Grünphase von tausenden Menschen überquert wird. Dass ganz in der Nähe, in gerade einmal fünfzehn Minuten Laufentfernung, eines der schönsten Viertel Tokyos liegt, wissen dagegen nur wenige Gäste.

Jung, frisch, dynamisch: Daikanyama

Hier wohnen viele Studenten der umliegenden Universitäten, und so gibt es zahlreiche Bistros und Cafés, Boutiquen und Läden. Jedes Schaufenster lockt mit kreativen Konzepten, zum Beispiel der Blumenladen, der minimalistische Ikebana-Gestecke im Verkaufsraum schweben lässt.

Die Architektur ist modern, es gibt viel Sichtbeton, aber der wirkt nie schwer, sondern immer hell und zugänglich. Das liegt zum einen daran, dass Daikanyama auf einer Anhöhe liegt – hier scheint es mehr Licht zu geben als zum Beispiel in Shimokitazawa, auch ein Studentenviertel, aber eher gemütlich, dunkler, gedrungener.

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Wunderbar geeignet zum urbanen Spaziergang: Daikanyama. (c) Hannah Eirene Janz / Nihon Monogatari
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Daikanyamas Boutiquen bieten eine große Auswahl besonderer Designerprodukte, oftmals in exklusiver Auflagenzahl. © Tokuyama / flickr / Verwendung unter Creative Commons-Lizenz CC BY 2.0

T Site Daikanyama: Nachmittag mit Büchern

Zum anderen entsteht Daikanyamas einladende Atmosphäre aus der Kombination des Betons mit Bambuspflanzungen und hellem Holz, so beim Komplex T Site. Der vereint Buchläden und Boutiquen auf mehreren Ebenen. Nicht nur die englischsprachige Literatur über Japan lohnt einen Besuch, es gibt im Erdgeschoss auch eine Abteilung mit Bildbänden zu Holzschnitten, Kimono-Mustern oder auch dem Alltagsleben von Geschäftsmännern in Tokyo. Im großen Café im ersten Stock können Sie außerdem kostenlos über Kopfhörer Musik hören.

Der T Site-Komplex in Daikanyama - ein urbaner Hain aus Beton, Glas, Licht und Bambus.
Der T Site-Komplex in Daikanyama – ein urbaner Hain aus Beton, Glas, Licht und Bambus. 淳平 筈井 / flickr / Verwendung unter Creative Commons-Lizenz CC BY 2.0

Zeitreise: Die Villa Kyu Asakura und ihr Moosgarten

Daikanyamas Atmosphäre findet ihren Höhepunkt im Kyu Asakura-Anwesen. Die Villa wurde 1919 errichtet, ihre klassischen japanischen Räume bis heute erhalten. Unter anderem können Sie hier einen Teeraum besichtigen. Die Räume sind mit Tatami-Matten ausgelegt, und so kommen Sie nur auf Strümpfen in ganz besonders engen Kontakt mit diesem Schmuckstück japanischer Geschichte.

Jede Tageszeit entlockt der alten Villa mit ihrem Garten andere Facetten: Die Mittagssonne, die auch sonst Daikanyamas sorgfältiges architektonisches Arrangement betont, zeigt hier die Gepflegtheit des hundert Jahre alten Anwesens. Der Garten ist geradezu manikürt, und bietet üppige Moospolster, wie man sie sonst fast nur in Kyoto findet. Er wird bei Sonnenuntergang geschmackvoll beleuchtet, um den samtenen Schattenwurf des Mooses zu betonen.

Die Vorderseite des Kyu Asakura-Anwesens... © na0905
Die Vorderseite des Kyu Asakura-Anwesens… © na0905 / flickr / Verwendung unter Creative Commons-Lizenz CC BY 2.0
...und der Blick in den Moosgarten auf der Rückseite. © Tatsuo Yamashita
…und der Blick in den Moosgarten auf der Rückseite. © Tatsuo Yamashita / flickr / Verwendung unter Creative Commons-Lizenz CC BY 2.0

Daikanyama als Wohnort während Ihrer Japanreise

Daikanyama ist eine gute Ausgangsposition, um sich Tokyo näher anzuschauen. Das Viertel liegt in der Stadtmitte, ist gut angebunden und sehr angenehm. Nach einem langen Tag im Großstadtdschungel wirkt es wohltuend, in ein gepflegtes, ruhiges und doch modernes Viertel wie Daikanyama zurückzukehren. Ich empfehle Ihnen hier gerne Unterkünfte – kontaktieren Sie mich einfach!

Header image credit: (c) Hannah Eirene Janz / Nihon Monogatari